Die Geschichte des Hersteller Sport-Club 1968 e.V. von der Gründung bis zur Gegenwart


zusammengestellt von Peter Goihl


Es war im Jahre 1968, als einige Hersteller Fußball-Enthusiasten, allen voran Hans Meier, nicht mehr nur auf dem "Pfingstanger' bolzen, sondern um Tore und Punkte mitspielen wollten; der HSC wurde ins Leben gerufen. Die Gründungsversammlung fand am 05. Juli 1968 im Gasthof "Zur Linde" statt, als Vereinslokal wurde der Gasthof "Hengst' festgelegt. Nachdem am 06. August 1968 die Aufnahme in den Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen e.V. erfolgt war, konnte der Spielbetrieb am 25. August 1968 mit zunächst einer Seniorenmannschaft in der 3. Kreisklasse aufgenommen werden.

Aller Anfang ist bekanntlich schwer und das merkten auch die Akteure des HSC. Mit einer 0:10 Schlappe kehrte man vom ersten Spiel aus Haarbrück heim; dabei hätte man doch wenigstens das erste Tor der Vereinsgeschichte erzielen können, wäre nicht Hans Meier beim Elfmeter die Torlatte im Wege gewesen.

 

In den nun folgenden Jahren passierte eigentlich, abgesehen von einigen "spektakulären" Neuverpflichtungen, noch nicht viel. Am 13.06.1973 jedoch feierte der HSC mit dem Gewinn des A-Jugend-Kreis-Wanderpokals den ersten großen Triumph in der Vereinsgeschichte. Mit 6:2 Toren wurde die Mannschaft aus Ottbergen, nach überhartem Spiel der Hersteller, so die Ottbergen Meinung in der Zeitung, im Beverunger Beverstadion abgefertigt. Und diese Jugendmannschaft war noch steigerungsfähig. Dies bewies sie unter der Leitung von Hubertus Multhaupt und Reinhard Spiekermann mit dem Gewinn der A-Jugend-Kreismeisterschaft 1974. In den Endspielen wurde der TuS Vinsebeck mit sage und schreibe 10:1 (heim) und 2:0 (auswärts) buchstäblich vom Platz gefegt (Vinsebeck hatte in den vorangegangenen 22 Gruppenspielen lediglich 15 Gegentore kassiert).

Im Jahre 1973 wechselte der HSC das Vereinslokal zum Gasthof "Zur Linde", da der "Dorfkrug", Inh. Adolf Müller, schloss.

 

Aus den ehemaligen Jugendspielern wurden nun Akteure der 1. Mannschaft und dies ließ den HSC hoffen, auch im Seniorenbereich einen Aufschwung zu erreichen. In der Saison 1975/76 schließlich war es soweit. Nachdem man sich im Verlauf der Serie ein Kopf-an-Kopf Rennen mit dem FC Tietelsen geliefert hatte, schlossen beide Mannschaften diese mit der gleichen Punktzahl ab. Der Meister der Klasse und Aufsteiger zur 2. Kreisklasse mußte in einem Entscheidungsspiel ermittelt werden. Das Spiel fand am 16. Mai 1976 auf dem Platz in Amelunxen statt. Der HSC gewann durch ein Tor von Friedheim Robrecht mit 1:0 und stieg somit zur 2. Kreisklasse auf.

 

In dieser Klasse fühlte sich die Mannschaft auf Anhieb wohl und schaffte, was wohl niemand für möglich gehalten hatte, den Durchmarsch, d.h. den Aufstieg in die 1. Kreisklasse. Dazu reichte in der Saison 1976/77 der 3. Tabellenplatz; zur Halbserie hatte man noch auf dem 2. Platz gestanden.

Das Gastspiel in der höchsten Klasse des Kreises dauerte leider nur ein Jahr. Nach anfänglichen Erfolgen mit Siegen über SpVg Brakel (3:2) und SV Steinheim (3:1) sowie einem Unentschieden in Lauenförde (1:1) folgte der Einbruch; abgesehen sei hier von dem 6:0-Erfolg über den VfL- Eversen (Torschützen: 5x Nostitz, 1x Wenzel), der sich später allerdings als "Die Ente aus Herstelle" entpuppte (das Spiel ging natürlich gegen den späteren Kreismeister mit 0:6 verloren). Das Ergebnis der Saison war schließlich der Abstieg aus der 1. Kreisklasse im Jahr des 10-jährigen Jubiläums, das aber dennoch am 29./30. Juli 1978 im Rahmen des jährlichen Pokalturniers gefeiert wurde.

 

Sehr positiv war auch die Saison 1977/78 im A-Jugend-Bereich. Die von Michele Ravazza betreute Mannschaft wurde unangefochten Meister ihrer Klasse. Der damalige Trainer der 1. Mannschaft, Hartmut Bender, erzielte dabei allein die bis heute von keinem Hersteller Spieler erreichte Zahl von 54 Toren.

 

Im Jahre 1978 übernahm wieder ein auswärtiger Trainer, Lehrer Ulrich Otto aus Bad Karlshafen, die 1. Mannschaft, sollte doch mittelfristig wieder die 1. Kreisklasse, jetzt Kreisliga A, erreicht werden. Dieses Vorhaben konnte jedoch (leider bis heute) nicht realisiert werden, Ebenfalls spielte ab 1978 auch eine 2. Mannschaft in der Kreisliga C um Punkte.

In all den Jahren hatte der Sportplatz in Herstelle dermaßen gelitten, daß dieser, beginnend im Jahre 1980, erneuert wurde. Das bedeutete, daß die Hersteller Mannschaften bis 1982 ihre Heimspiele in Würgassen austragen mußten, sicherlich keine leichte Zeit. Die Einweihung des neuen Sportplatzes fand am 15. August 1982 statt.

 

Die nun folgende Saison endete, für die Meisten wegen des Weggangs guter Spieler erwartet, mit dem Abstieg aus der Kreisliga B; eine 2. Mannschaft nahm nicht mehr am Spielbetrieb teil. Jedoch keimte durch die gute Nachwuchsarbeit neue Hoffnung auf. Die von Hubertus Wrede und Peter Goihl betreute C-Jugend-Mannschaft wurde 1983 mit 32:0 Punkten und 82:8 Toren Meister ihrer Liga (höchster Sieg <der Vereinsgeschichte> 18:0 gegen TuS Ovenhausen). Ein schönes Geschenk zum 15. Geburtstag des HSC, bedenkt man, dass fast die identische Mannschaft in der Saison 1987 den A-Jugend-Meister-Titel erringen konnte

 

Ein Erlebnis besonderer Art wurde der A-Jugend am 04. Januar 1987 zuteil. Durch Vermittlung von Peter Goihl nahm die Mannschaft an einem internationalen Hallenturnier in Vaihingen/Enz, das teilweise hochkarätig besetzt war (FC Basel, FC Zürich, OFC Kickers Offenbach) war, teil und schlug sich mit dem 9. Platz von 16 Mannschaften im Bereich ihrer Möglichkeiten; so verlor man u. a. nur 0:1 gegen Kickers Offenbach und manchem Teilnehmer werden die HSC, HSC-Rufe und die hervorragende Aufnahme seitens der Gastgeber sowie die Rückfahrt sicher noch in guter Erinnerung sein.

 

Da bis auf wenige Ausnahmen die komplette A-Jugend nun in den Seniorenbereich aufrückte und Hubertus Wrede als Trainer verpflichtet werden konnte, er trat die Nachfolge von Hubertus Multhaupt, der 7 Jahre diese Tätigkeit innehatte, an, und da zudem ab 1988 die Kreisliga B zweigeteilt werden sollte, glaubten alle Beteiligten und Fans daran, dass der Aufstieg in der Saison 1987188 wohl realisiert werden könnte. Und es gelang. Der 2. Tabellenplatz hinter dem FC Tietelsen reichte in der Endabrechnung zum Aufstieg im Jubiläumsjahr. Auch eine 2. Mannschaft war, aufgrund des großen Zulaufs auswärtiger Spieler, nun wieder im Spielbetrieb.

Zudem war 1988 wegen zu geringen Spielerpotentials im Jugendbereich, mit den Nachbarvereinen SC Lauenförde und SSV Würgassen eine Jugendspielgemeinschaft ins Leben gerufen worden.

Die Feierlichkeiten zum 20. Geburtstag des HSC fanden  im Mai 1988 im Rahmen sportlicher Aktivitäten auf dem Sportplatz sowie eines großen Festballes mit nachfolgendem Frühschoppen in der Festhalle statt. Im Rahmen dieser Feierlichkeiten wurde mit Lothar Vorwick das erste Mitglied des HSC mit der Silbernen Verbandsnadel des Westfälischen Fußball- und Leichtathletik- Verbandes e.V. für 20-jährige aktive Tätigkeit ausgezeichnet.

 

Die gleiche Auszeichnung erhielten im Jahre 1989 die Sportkameraden Günter Feder sen. und Reinhard Spiekermann.

 

In der Saison 1988/89 wollte die 1. Mannschaft möglichst den Aufstieg erreichen, man hatte ja schließlich personell mächtig aufgerüstet; es kam jedoch ganz anders. Zum Saisonende belegten der HSC und der SC Lauenförde 2 punktgleich den vorletzten Tabellenplatz. Am 01. Juni 1989 mußte in einem Entscheidungsspiel im Beverunger Beverstadion der zweite Absteiger aus der Gruppe ermittelt werden. Es sollte wohl eines der dramatischsten Spiele, das je eine Elf des HSC bestritten hat, werden.

Durch Ralf Göbels Freistoß führte man 1:0 und konnte diese Führung, trotz verletzungsbedingter Ausfälle von Hubertus Wrede und Matthias Alberding, mit 9 Spielern bis zur 85. Minute halten, ehe Lauenförde den Ausgleich erzielte. Mit einer starken Energieleistung wurde auch die Verlängerung ohne weiteres Gegentor überstanden und schließlich das fällige Elfmeterschießen gewonnen; die Kreisliga B war erhalten worden.

Ebenfalls in dam Jahr 1989 wurde die Gründung einer Altherrenmannschaft realisiert, zu deren Betreuer Günter Feder sen. sich bereit erklärte und die bis heute das Vereinsleben sehr aktiv mitbestimmt..

 

Nachdem 1990 Hubertus Wrede als Trainer ausgeschieden war und Hartmut Bender 1991 die 1. Mannschaft übernommen hatte, eine 2. Mannschaft konnte aus personellen Gründen, nachdem einige Spieler den HSC verlassen hatten, nicht mehr gestellt werden (die Mannschaft hatte die vorhergehende Saison immerhin mit dem 4. Tabellenplatz abgeschlossen), begann die im Jugendbereich in den Achtzigerjahren geleistete Arbeit erneuert Früchte zu tragen. In der Saison 1990/91 wurde der 8. mit 23:29 Punkten und 51:68 Toren und 1991/92 immerhin schon der 6. Tabellenplatz mit 26:26 Punkten und 56:50 Toren erreicht. Zur Winterpause der Saison 1992/93 rangiert die Mannschaft auf dem 2. Platz. Und zum Ende Vizemeister.

 

Allen, die diesen HSC-Lebenslauf aufmerksam gelesen haben, wird aufgefallen sein, dass im Turnus von jeweils 5 Jahren sportlich etwas in Herstelle geschah; hier noch einmal zusammengefasst:

1973 ( 5. Geburtstag) A-Jugend-Kreispokal-Sieg 1978 (10. Geburtstag) A-Jugend-Meisterschaft 1983 (15. Geburtstag) C-Jugend-Meisterschaft 1988 (20. Geburtstag) Aufstieg der 1. Mannschaft in die Kreisliga B 1993 (25, Geburtstag) ???Neben den sportlichen Aktivitäten tat sich im Verlauf der 25 Jahre auch manches Andere im HSC. Erinnert sei hier besonders an die Vereinsfahrten nach Helgoland (1974), Pfunds (1977), Tuttlingen (1979), Zeltingen-Rachtig (1990) und Leutasch (1992).

 

Betrachten wollen wir hier auch einmal die Mitgliederzahl in der Entwicklung der Jahre. Begonnen hatte es mit einem Mitgliederbestand von 45 im Jahre 1968. Diese Zahl steigerte sich kontinuierlich bis zum heutigen Tage. Dies beweist doch deutlich, dass der Stellenwert unseres Vereins ständig gewachsen ist.

 

Auch sei an die in all den Jahren immer weitergetriebene Infrastruktur am Sportplatz erinnert. Beginnend mit einer Holzhütte (sicherlich noch Allen bekannt) über eine Raumzelle mit Stromanschluss und Installation einer Flutlichtanlage bis hin zu unserem neuen Umkleidegebäude. All diese Baumaßnahmen waren wegen der Lage des Sportplatzes (unmittelbare Nähe zur B83 Hochwassergebiet) nicht leicht zu realisieren, wurden jedoch immer durch großes Engagement aller Helfer fertiggestellt. An dieser Stelle unseren herzlichen Dank dafür Allen, die stets mit Rat und vor allem Tat zur Stelle waren.

 

Dies zur Vereinschronik. Wir haben versucht, alle Daten sorgsam zu recherchieren. Sollten uns jedoch Fehler unterlaufen sein, bitten wir Sie, dies zu entschuldigen.

Sollten wir wesentliche Daten und Fakten vergessen haben, reichen Sie uns diese bitte zur Vervollständigung dieser Chronik ein.

 


Der Gewinn des A-Jugend-Kreispokals 1973

von links: Josef Dreker, Betreuer Reinhard Spiekermann, Towart Hans-Jürgen Maier, 

Mannschaftskapitän Franz-Josef  Köhler und Kreisjugendobmann Josef Marx aus Bad Driburg; dem späteren Kreisvorsitzender


Die Aufstiegsmannschaft zur Kreisliga B 1976

hintere Reihe von links: Friedhelm Robrecht, Michele Ravazza, Franz „Charly“ Grawe, Josef Dreker, Wolfgang Wenzel,Manfred Becker, Franz-Josef Köhler, Hubertus Multhaupt, Hartwig Multhaupt

vordere Reihe von links: Spielführer Lothar Vorwick, Hubertus Nostitz, Mitos Athanasius, Ludger Haneke, Burkhard Suermann und Betreuer u. 1.Vorsitzender Albert Kohaupt 


Aufstiegsmannschaft zur Kreisliga A 1977

hintere Reihe von links: Hubertus Multhaupt, Günter Feder jun., Hansi Huberts, Friedhelm Robrecht, 

Franz-Josef Köhler,Wolfgang Wenzel, Franz Grawe, Hartwig Multhaupt

vorne von links: Betreuer Peter Goihl, Mitos Athanasius, Ludger Haneke, Willi Beckmann, Lothar Vorwick, Hubertus Nostitz, Burkhard Suermann, u. 1. Vorsitzender Albert Kohaupt


Die A-Jugend-Meistermannschaft der Saison 1977/78

hintere Reihe von links: Betreuer Michele Ravazza, Ansgar Weitkamp, Martin Schlüter, Ulrich Lutter, Herbert Fiebig ,Hartmut Bender, Martin Dreker, Matthias Richter

vorne von links:Ralf Ostmeyer, Norbert Klinkhammer jun., Friedrich Köhler, Berthold Suermann, Hubertus Werde u.  Hans-Jürgen Franke


A-Jugend-Meistermannschaft 1986/87

hintere Reihe von links: Betreuer Conrad Stanek, Thomas Lehnert, Stefan Wüstner, Sascha Gerland, Manfred Stanek, Arnd Schrick, Betreuer Günter Schrick, Trainer Peter Goihl

vorne von links: Co-Trainer Heribert Schäfers, Udo Janzen, Peter Janzen, Mathias Alberding,

Thomas Tänzer, Peter Graeber, Bernd Reineke, Andreas Hense und Marko Tarrach


Die 1. Mannschaft 1988/89

hintere Reihe von links: 1.Betreuer Peter Goihl, 2.Betreuer Andreas Stiewa, Michael Ewers, Stephan Nolte, Heinz Trampenau, Stefan Wüstner, Ralf Göbel, Matthias Alberding, Günter Feder jun., Peter Janzen

vorne von links: Arnd Schrick, Thomas Tänzer, Thomas Lehnert, Rainer Deisel, Udo Janzen, „HW“ Hubertus Wrede, Rene Göbel und Dieter Pargendarm